Spenden an den Eberstädter Bürgerverein

18.02.2019 von Wolfgang Wagner-Noltemeier

Die Geibel`sche Schmiede ist eine unter Denkmalschutz stehende fränkische Hofreite von 1662, die der Eberstädter Bürgerverein von 1980 e.V. im Jahre 1983 von der Stadt Darmstadt in Erbpacht zur weiteren Nutzung übertragen bekommen hat mit der Maßgabe, sie denkmalgerecht in Stand zu setzen und ein der Allgemeinheit offen stehendes bürgerschaftliches Zentrum für Eberstadt zu schaffen und zu betreiben.

Dies ist nach erfolgter Sanierung und neuer Zubauten wie einer großen Scheune als Abschluss des Hofes und einem multifunktionalen Gebäude im Anschluss an das Fachwerk – Wohnhaus beeindruckend gelungen.

Doch kaum jemand konnte sich damals vorstellen, wie sich die ehemalige fränkische Hofreite einmal entwickeln würde.

Die „Geibel`sche Schmiede“ ist das Zentrum Eberstadts, ein Zentrum bürgerschaftlichen Gemeinsinns, sowie der kulturelle und gesellschaftliche Mittelpunkt im Herzen Eberstadts, in dem auch Veranstaltungen aller Art (das Kartoffelfest, der Grenzgang, Märchenabende, Kunst- und Handwerkermärkte locken Menschen aus der ganzen Region) stattfinden. Mittlerweile feiern dort die Eberstädter ihre Kerb und das ganze Jahr über ist irgend etwas los. Der Ostereiermarkt und der Kunstmarkt sind zu südhessischen Attraktionen geworden. Wer zum Konzert oder Theater will, muss sich beeilen, bevor es ausverkauft ist.

Die Anlage steht zudem den örtlichen Vereinen für deren Veranstaltungen zur Verfügung. Weitere Informationen zum Entstehen des Bürgervereins, den umfangreichen Baumaßnahmen und den Veranstaltungen sind der Broschüre zum 20 jährigen Jubiläum des Vereins zu entnehmen. Ist in der Schmiede erhältlich.

Der Bürgerverein hat mit Eigenmitteln, Finanzierungsbeiträgen der Stadt aus dem Stadterneuerungsprogramm des Landes und unzähligen Arbeitsstunden seiner Mitglieder die Geibel`sche Schmiede mit neuem Leben gefüllt, was ihm auch mit mehreren Auszeichnungen und großem Lob der Stadtpolitik gedankt wurde und wird.

Nicht vergessen dürfen wir unsere Arbeitsgruppen.

Die Arbeitsgruppe „Kreativ-Werkstatt“, die sich am 5. März 1990 gegründet hat, trifft sich jeden Mittwochabend ab 19 Uhr in der Geibel’schen Schmiede zur kreativen Freizeitgestaltung. Es wird gestrickt, gehäkelt, gemalt, gebastelt, gewerkelt und auch gewandert, besichtigt, gefeiert, geredet und gelacht. Die Arbeitsgruppe nimmt aktiv am Vereinsleben teil, führt seit Jahren das Frühlingstreffen für Senioren durch und bereitet zum Ostereiermarkt die über die Grenzen Eberstadts hinaus bekannte Grüne Soße zu. Auch bei der Umsetzung von anderen Veranstaltungen im EBV sind die Frauen ehrenamtlich aktiv. Im sozialen Bereich unterstützt die Kreativ-Werkstatt u.a. mit Geldspenden die Kinderklinik „Prinzessin Margret“ und in der Vorweihnachtszeit werden Geschenke an bedürftige Kinder in Rumänien versandt.

Dass die Brunnen sprudeln, ist elf engagierten Mitgliedern des EBV zu verdanken, die sich selbst liebevoll „Brunnenputzer“ nennen. Die nahezu einzigartige Arbeitsgruppe„Brunnen und Quellen“ mmert sich ehrenamtlich um Instandhaltung und Neuinstallation von Brunnen in und um Eberstadt insgesamt 23 Brunnen. Ein Brunnen, der nicht läuft, bietet dem Auge des Betrachters einen traurigen Anblick. Aus diesem Grunde wurde am 7. Mai 1999 die Arbeitsgruppe „Brunnen und Quellen“ ins Leben gerufen. In den Folgejahren wurden sämtliche alte Brunnen in Eberstadt, sowohl im Ortskern als auch in der Gemarkung, wieder zum Laufen gebracht. Und nicht nur dies: Es wurden auch neue Brunnenanlagen errichtet und wie z.B. der Rathausbrunnen, der Steckenbornbrunnen, der Nachbarschafts- brunnen oder die Trinkbrunnen auf dem Gretel-Klein-Platz und im Bauerngarten. Zuletzt wurde im Oktober 2007 der Eberbrunnen auf der Piazza Gino Faraldi anlässlich der 1225 Jahrfeier Eberstadts seiner Bestimmung übergeben.

Die vom EBV herausgegebene Publikation gibt Aufschluss über die Geschichte der Brunnen in und um Eberstadt, in der diese farbig abgebildet sind. Wander- und Radtourbeschreibungen ergänzen die Publikation. Ist für sie beigefügt.

Alle Arbeiten der Gruppe werden ausschließlich ehrenamtlich ausgeführt. Für den Erwerb von Material und Ersatzteilen ist der EBV auf Spenden seiner Mitglieder sowie aus der Bevölkerung und der Geschäftswelt angewiesen. Darüber hinaus soll die „W.E.L.P. Dörr Stiftung-Eberstädter Brunnen“ eventuellen finanziellen Unsicherheiten für die Zukunft abhelfen.


Wesentliche Aufgabe des EBV ist nach der Präambel der Satzung, die Pflege von Brauchtum und Kultur zur Bewahrung des historischen Erbes des Stadtteils Eberstadt. An die bedeutende Vergangenheit als Weinbaugemeinde anknüpfend, in Eberstadt wurde bis Ende des 18. Jahrhunderts Wein angebaut, hat der EBV die Arbeitsgruppe „Eberstädter Weingärtner“ ins Leben gerufen. Eberstadt war eine alte Weinbaugemeinde am Beginn der Bergstrasse. Aus historischen Aufzeichnungen erfährt man, dass es 1655 über 40 Weinbauern gab, die etwa 560 Morgen bewirtschafteten. Am Ende des 18. Jahrhunderts verlor der Weinbau seine wirtschaftliche Bedeutung. Nur geringe Flächen des einst wichtigen Erwerbszweiges erlebten das 20. Jahrhundert.

 

Seit 2002 bemühte sich der EBV um die Wiederbelebung der Tradition des Weinbaus in einem von Mitgliedern angelegten Weingarten. Das Vorhaben hat Gestalt gewonnen in hilfreicher Zusammenarbeit mit dem Weinbauamt in Eltville und lehrreicher Unterstützung durch vergleichbare Initiativen. Die entscheidende Voraussetzung war ein geeignetes Grundstück zu finden. Der EBV hat von der Stadt Darmstadt am Steigertsweg - früher „Weinweg“ - in der Nähe des Parkplatzes am Schwimmbad ein ca. 6.000 qm großes Ackergebiet gepachtet. Dadurch ist der EBV in der Lage, Mitbürgern die Möglichkeit zu geben, eine Anzahl Reben vom Pflanzen bis zur Ernte in Pflege zu nehmen. Jedes Mitglied, zur zeit ca. 75 Weingärtner, soll aktiv sein und sich auf selbst angebauten Wein freuen können.

Dies war ein kleiner Überblick über die Aktivitäten in der Schmiede. Mit der Verleihung des Konrad-Adenauer-Preises (1988) und des Ludwig-Metzger-Preises (2000) wurde die jahrelange ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder gewürdigt. Diese Ehrungen sind für den Verein Motivation und Ansporn, auch in der Zukunft zum Wohle der Bürgerschaft aktiv tätig zu sein.

 

 

Um den genannten Aufgaben, insbesondere den Märkten und der Getränkeausgabe bei der jährlich stattfindenden Kerb im Hof der Schmiede besser gerecht werden zu können, hat sich der Bürgerverein entschlossen, anstelle der jeweils dort aufzubauenden und nachher wieder abzubauenden unansehnlichen Holzhütten für das Angebot der Marktbeschicker und für die Getränke- und Essensausgabe eine feste offene Halle zu errichten, die für den jeweiligen Zweck durch leichte Einbauten entsprechend hergerichtet wird. Dies ist dringend geboten, da die Helferinnen und Helfer beim Auf- und Abbau der Hütten immer älter werden, einige schon das 80. Lebensjahr vollendet haben und Nachwuchs nur schwer zu finden ist.

Für das Projekt benötigen wir finanzielle Unterstützung. Wenden Sie sich an den Vorstand, wenn Sie den Bürgerverein finanziell Unterstützen wollen.

Ihr Vorsitzender
Wolfgang Wagner-Noltemeier

 

 

 

 

Zurück