Ilse Fiedler Gedächnisbrunnen

25.01.2019 von Wolfgang Wagner-Noltemeier

Ilse-Fiedler-Gedächnisbrunnens
vor den Toren des Eberstädter Friedhofs

Die sehr aktive Arbeitsgruppe „Brunnen und Quellen“ im Eberstädter Bürgerverein von 1980 e.V. oder auch die „Eberstädter Brunnenputzer“, wie sie sich selbst nennen, haben in jahrerlanger Planung und Bauphase den 25. Eberstädter Brunnen fertiggestellt, sodass nunmehr das wunderschöne Prunkstück und neuer Anziehungspunkt am Friedhof am Sonntag, den 05.08.2018 um 11.30 Uhr, dort wo Ilse Fiedler ihre letzte Ruhe fand, seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Dankenswerterweise hat sich Pfarrer Jonas Bauer von der Dreifaltigkeitsgemeinde bereit erklärte, einige Worte zur Einweihung der Brunnenanlage vorzutragen und seinen Segen zu erteilen, damit dort das Trinkwasser für die durstigen Besucher des Friedhofes immer läuft.

Der Sprecher der Arbeitsgruppe, Jürgen Beuler, hatte einmal ausgeführt, ein Brunnen, der nicht läuft, bietet dem Auge des Betrachters einen traurigen Anblick.

Der Reiz, der für Auge und Ohr, fast könnte man sagen für die Seele, von fließendem Wasser ausgehen kann, veranlasste bereits 1997 zwei Brunnenfreunde Hans Joachim Bauer und Wilhelm Dörr, sich der örtlichen Eberstädter Brunnen ehrenamtlich anzunehmen, da diese seit Jahren vor sich hindämmerten, ohne Wasser zu spenden.

Wasser ist eines der vielfätigsten Elemete auf unserem blauen Planeten und leider mittlerweile auch eins der knappsten. Weil Wasser in unserem Alltag selbstverständlich ist, erkennen viele nicht mehr, dass es die Grundlage und der Ursprung allen Lebens ist.

Die Eberstädterin Ilse Fiedler und ihr Ehemann haben bis zu ihrem Tode sehr gerne an den Eberstädter Brunnen verweilt und das Sprudeln des Wassers in vollen Zügen genossen. Aus Dankbarkeit und mit großer Freude hat Frau Ilse Fiedler einen großen Teil ihres Vermögens der „W.E.L.P. Dörr Stiftung-Eberstädter Brunnen“ als Stiftungskapital hinterlassen. Mit dieser großzügigen Einlage, hat sie die Zukunft der Eberstädter Brunnen sichergestellt und finanzielle Unsicherheiten für die Zukunft abgewendet. Wir sind stolz und dankbar auf Ilse Fiedler und haben ihr zur Ehren diesen Brunnen errichtet. Der Brunnen, der von Meisterhand der Firma Eichhorn & Walter GmbH & Co, Natursteinwerk KG in Lautertal gefertigt und aufgestellt wurde kostete ca. 45.000 € und wurde im vollen Umfang von der vorgenannten Stiftung übernommen.

Es muss an dieser Stelle unbedingt festgestellt werden, dass viele Vorhaben der „Brunnenputzer“ ohne die großen und kleinen Spenden aus der Bürgerschaft, der Geschäftswelt, den Vereinen, insbesondere aus dem Eberstädter Bürgerverein, und ohne die freundliche und unbürokratische Unterstützung durch städtische Ämter, Einrichtungen und Betriebe nicht durchführbar gewesen wären.

Die vor einiger Zeit herausgegebene „Publikation Nr. 1 des Eberstädter Bürgervereins gibt Aufschluss über „Die Geschichte der Brunnen in und um Eberstadt“. Wander-und Radtourbeschreibungen ergänzen die Publikation, in der alle Brunnen in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet sind. Diese Publikation wird allen interessierten Bürgern zur Lektüre empfohlen. Sie ist weiterhin in der Geschäftsstelle des EBV erhältlich.

Heute betreut die AG 25 Brunnen im Eberstädter Ortsbereich und in der Gemarkung Eberstadts. Darüberhinaus kümmert sie sich auch um weitere Brunnen im Darmstädter Ostwald, die regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf repariert werden.

Einige Hilfeersuchen der Stadt und auch der Forstverwaltung führten Dank der Sachkenntnis und des Einsatzwillens der Gruppe zu positiven Ergebnissen. Die aktiven Mitglieder sind natürlich stolz auf das bisher Erreichte. Allerdings haben sie ein Altersproblem. Sie sind nämlich fest alle schon im Rentenalter, was den Abstieg in Brunnenschächte zunehmend beschwerlich macht. Jüngere handwerklich begabte und an der Brunnenarbeit interessierte Bürger wären bei der Arbeitsgruppe deshalb sehr willkommen.

An jedem ersten Dienstag des Monats treffen sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe um 19.00 Uhr in der „Geibelschen Schmiede“ zu ihrem Brunnenstammtisch. Gäste sind immer willkommen zum Schnuppern und Kennenlernen. Denn es soll ja noch möglichst lange weiterlaufen,- das Wasser! Wie heißt es in einem altväterlichen Sprichwort ganz richtig?

Man bohrt leichter Brunnen, als dass man verfallene aufdeckt!

Also, kommen sie, wenn sie sich für die Verschönerung unseres Eberstädter Stadtteils engagieren möchten und sorgen dafür, dass alle Eberstädter Brunnen, auch der Judenbrunnen, sprudeln.

Alle Arbeiten der Gruppe „Brunnen und Quellen“ im „Eberstädter Bürgerverein von 1980 e.V.“ werden ausschließlich ehrenamtlich erbracht. Für den Erwerb von Material und Ersatzteilen ist der Bürgerverein auf Spenden seiner Mitglieder und insbesondere aus der Bevölkerung und der Geschäftswelt angewiesen.

Ihr

Wolfgang Wagner-Noltemeier

Vorsitzender und Ehrenvorsitzender des Eberstädter Bürgervereins von 1980 e.V.

 

 

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